Die Einwohnerversammlung in der voll besetzten Kaiserstuhlhalle hat eindrucksvoll gezeigt, wie sehr den Bürgerinnen und Bürgern unser Kaiserstuhlbad am Herzen liegt. Über 750 Menschen informierten sich über die finanzielle Ausgangslage und die möglichen Szenarien zur Zukunft des Bads. Klar ist: Es geht nicht nur um eine Sanierung, sondern um eine Entscheidung mit Auswirkungen für mindestens 25 Jahre.
Die finanzielle Ausgangslage
Die Gemeinde Ihringen steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Nach vorläufiger Rechnung belaufen sich die Schulden bis Ende 2025 auf rund 3,1 Millionen Euro (inklusive Eigenbetriebe sogar auf 17,7 Millionen Euro). Gleichzeitig muss für den Erhalt des Kaiserstuhlbads nicht nur die Sanierung mit 1,4 Millionen Euro Eigenmitteln finanziert werden, sondern auch der laufende Betrieb langfristig gesichert sein.
Übernimm Verantwortung & werde Mitglied im Förderverein
- Jährlicher Beitrag:
ab 15 Euro
Im besten Fall beträgt der jährliche Zuschuss aus dem Kernhaushalt laut Gemeinde 281.400 Euro. In dieser Summe sind bereits die Beiträge und Spenden des Fördervereins sowie ein erheblicher Anteil an ehrenamtlichem Engagement eingerechnet. Im schlechtesten Fall könnte der jährliche Zuschussbedarf auf über 500.000 Euro steigen.
Angesichts der angespannten Haushaltslage ist deutlich geworden: Selbst der beste Fall stellt die Gemeinde vor enorme Herausforderungen. Nach Einschätzung der Verwaltung kann sich Ihringen diesen jährlichen Zuschuss in Höhe von 281.400 Euro aktuell nicht leisten, ohne an anderer Stelle gravierende Einschnitte oder Steuererhöhungen vorzunehmen.
Finanzierungsmöglichkeiten – mit weitreichenden Folgen
Diskutiert wurden verschiedene Ansätze:
- Deutliche Erhöhungen der Eintrittspreise (bis zu 13,20 Euro im besten Szenario),
- eine Anhebung der Grundsteuer B,
- Mischkalkulationen,
- sowie alternative Einnahmequellen wie Sponsoring oder neue Gebührenmodelle.
Alle Varianten hätten spürbare Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger. Ein tragfähiges und dauerhaft belastbares Finanzierungskonzept liegt derzeit noch nicht vor.
Verantwortung übernehmen: Betreiberkonzept als Chance
Vor diesem Hintergrund sehen wir als Förderverein einen zentralen Ansatz darin, uns intensiv mit einem alternativen Betreiberkonzept auseinanderzusetzen. Ziel muss es sein, die laufenden Kosten nachhaltig zu reduzieren, neue Einnahmequellen zu erschließen und zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten zu prüfen.
Ein innovatives Betreiberkonzept könnte beispielsweise beinhalten:
- eine stärkere Einbindung ehrenamtlicher Strukturen,
- neue Veranstaltungs- und Nutzungskonzepte,
- Kooperationen mit Nachbargemeinden, Vereinen oder Sponsoren,
- sowie eine betriebswirtschaftliche Optimierung des laufenden Betriebs.
Wir sind überzeugt: Wenn wir das Kaiserstuhlbad erhalten wollen, müssen wir neue Wege denken. Der Förderverein ist bereit, hier Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam mit der Gemeinde konstruktive Lösungen zu entwickeln.
Eine Gemeinschaftsentscheidung
Die Diskussion hat gezeigt, wie emotional und vielschichtig das Thema ist. Das Kaiserstuhlbad ist mehr als eine Freizeiteinrichtung – es ist ein Stück Lebensqualität, ein Ort der Begegnung und ein wichtiger Standortfaktor für Ihringen.
Gleichzeitig dürfen die finanziellen Realitäten nicht ausgeblendet werden. Es geht um eine Entscheidung, die unsere Gemeinde langfristig prägen wird – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
Sobald die Förderzusage des Bundes vorliegt, wird der Gemeinderat öffentlich über die Zukunft des Kaiserstuhlbads beraten und entscheiden.
Als Förderverein werden wir diesen Prozess weiterhin engagiert, transparent und konstruktiv begleiten. Unser Ziel bleibt klar: Eine tragfähige Lösung für unser Kaiserstuhlbad – im Sinne der gesamten Gemeinde.
Damit das Bild nicht Wirklichkeit wird, braucht es heute dich, damit das Kaiserstuhlbad auch in Zukunft ein lebendiger Ort für Erholung, Begegnung und Gemeinschaft bleibt.
